18.12.17Berlin | Haus der Wirtschaft

Metall-Arbeitgeber legen Tarifangebot vor

Unternehmen in der Hauptstadtregion bieten 2 Prozent mehr Lohn plus 200 Euro Einmalzahlung

Eine Einmalzahlung von 200 Euro für die Monate Januar bis März sowie zwei Prozent mehr Lohn ab dem 1. April für eine Laufzeit von zwölf Monaten – das ist das Angebot, das die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg am Montag der IG Metall vorgelegt haben. „Das liegt spürbar über den Lohnerhöhungen, die andere Branchen in diesem Jahr vereinbart haben. Zugleich ließe es unseren Betrieben Spielraum für die dringend nötigen Investitionen in die Digitalisierung und in die neue Mobilität. Dafür brauchen sie jeden Cent“, sagte Stefan Moschko, Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME). „Noch vor Ablauf der Friedenspflicht legen wir damit ein faires Angebot auf den Tisch – obwohl die IG Metall den Konflikt durch die Kündigung der Manteltarifverträge unnötig verschärft hat. Das Durchschnittseinkommen unserer Beschäftigten würde damit auf mehr als 55.000 Euro im Jahr steigen.“

Voraussetzung für einen Tarifabschluss sei allerdings eine tarifvertragliche Regelung, mit der das Arbeitszeitvolumen bedarfsgerecht und bezahlt erhöht werden kann, fügte Moschko hinzu. Bislang dürfen nur 13 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes ihre Wochenarbeitszeit über das heutige Maß hinaus erhöhen. „Dabei wollen viele Beschäftigte mehr arbeiten und mehr verdienen“, sagte er mit Verweis auf eine Umfrage der IG Metall. Die Gewerkschaft müsse nun endlich konstruktive Vorschläge zu diesem Thema machen – das sei in der zweiten Verhandlungsrunde leider ausgeblieben.

Moschko wies darauf hin, dass die Arbeitskosten in der Hauptstadtregion in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent gestiegen seien, die Produktivität aber nur um ein Prozent. Er rief die Gewerkschaft dazu auf, über wettbewerbsfähige und moderne Arbeitszeitregelungen zu verhandeln. „Mehr Lohn für weniger Arbeit – das wird es nicht geben. Ein Teillohnausgleich wäre ungerecht, rechtswidrig und würde gerade Frauen diskriminieren. Zudem würde er das Prinzip von Leistung und Gegenleistung verletzen.“

Moschko appellierte an die IG Metall, ihren Beitrag zu leisten, damit sich die Unternehmen auf die aktuellen Herausforderungen einstellen können. „Wir wollen die Beschäftigten angemessen am Erfolg der Firmen beteiligen. Mehr Flexibilität beim Personaleinsatz wäre ein wichtiger Beitrag für Erfolg auch in der Zukunft. Streiks für Arbeitszeitverkürzungen, die unsere Position im Wettbewerb empfindlich schwächen würden, wären indes genau das Gegenteil davon.“

Die dritte Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie der Hauptstadtregion ist für den 19. Januar vorgesehen. Auf www.zukunft-statt-zu-teuer.de informieren die Arbeitgeber detailliert über ihre Standpunkte.

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e. V. (VME) vertritt die Interessen der größten Industriebranche der Region. Er ist regionaler Tarifpartner der Branchengewerkschaften der M+E-Industrie. Daneben setzt er sich für die Belange seiner Unternehmen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik ein. Dem VME gehören 138 Unternehmen an. Auf Bundesebene ist der VME mit anderen regionalen Metallarbeitgeberverbänden im Dachverband GESAMTMETALL zusammengeschlossen. Der VME ist der größte Mitgliedsverband der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

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