18.05.16Berlin

BREXIT?

Am 23. Juni werden die Briten in einem Referendum über die weitere EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen. Premierminister David Cameron spricht sich für einen Verbleib in der EU aus, aber derzeit ist das Land in der Frage gespalten.

Verflechtung EU und das Vereinigte Königreich

  • Im Jahr 2015 lieferte das Vereinigte Königreich 44,4 Prozent seiner gesamten Ausfuhren in die übrigen EU-Mitgliedstaaten, während die Briten nur 6,5 Prozent der EU-Lieferungen aufnahmen.Die EU ist also wesentlich weniger auf den Zugang zum Vereinigten Königreich angewiesen als umgekehrt.
  • Die Verhandlungsmacht der Briten ist generell schwächer als die der EU. Um Kaufkraftunterschiede bereinigt hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU-28 einen Anteil von knapp 17 Prozent am weltweiten BIP (2015), das Vereinigte Königreich kommt gerade einmal auf 2,4 Prozent.
     

Folgen des BREXIT

  • Das Vereinigte Königreich müsste mehr als 30 Handelsabkommen mit mehr als 50 Drittländern neu verhandeln - ein langwieriger Prozess. 
  • Für den Fall eines eher pessimistischen Szenarios hält das IW Köln bei einem Brexit langfristige britische Verluste des Bruttoinlandsprodukts in der Größenordnung von 10 Prozent oder mehr nicht für ausgeschlossen.
  • Das britische Finanzministerium (HM Government Treasury, 2016) rechnet im ungünstigsten Fall eines BREXIT damit, dass das britische BIP nach 15 Jahren um bis zu 9,5 Prozent geringer wäre, als wenn das Land in der EU verbliebe.
     

Möglicher Ausblick

  • Vieles spricht also dafür, dass die Rechnung der BREXIT-Befürworter nicht aufgeht. Es dürfte sehr viel schwieriger und langwieriger sein, neue Abkommen mit der EU und anderen Drittstaaten abzuschließen.

(Quelle: IW Köln)

Europa braucht einen starken und kritischen britischen Partner in der EU. Ein BREXIT führt nur in eine Sackgasse. Mehr dazu lesen Sie im nachfolgenden Kurzbericht des IW Köln.

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