28.11.18

Die Lücke ist groß wie nie: Fast 9.000 MINT-Fachleute fehlen in Berlin und Brandenburg

MINT-Herbstreport 2018: Engpässe nehmen deutlich zu – mehr Geld für digitale Bildung nötig

Den deutschen Unternehmen fehlen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) so viele Arbeitskräfte wie wohl nie zuvor in einem Oktober. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten MINT-Herbstreport 2018 hervor. Danach wurden im Oktober 2018 bundesweit insgesamt rund 337.900 MINT-Arbeitskräfte gesucht. Damit hat sich die MINT-Lücke innerhalb der vergangenen drei Jahre verdoppelt. Die Zahl der offenen MINT-Stellen liegt aktuell bei fast 500.000.

In der Region Berlin/Brandenburg waren im Oktober 2018 insgesamt 23.100 MINT-Stellen unbesetzt. Die Arbeitskräftenachfrage (offene Stellen) übertraf das Arbeitskräfteangebot (Bewerber) dabei um 63 Prozent. Rein rechnerisch fehlen damit in der Hauptstadtregion rund 9.000 Experten für Mathematik, Informatik Naturwissenschaften und Technik. Besonders deutlich war der Engpass bei den MINT-Ausbildungsberufen: Hier übertraf die Nachfrage das Angebot um 71 Prozent. Bei Stellenprofilen für MINT-Spezialisten (d.h. insbesondere für Meister und Techniker) war die Nachfrage um 58 Prozent höher als das Angebot, bei MINT-Expertentätigkeiten, die in der Regel von in der Regel von Akademikern ausgeführten werden, waren es 54 Prozent. Das heißt: Nicht einmal jede zweite Stelle konnte in Berlin und Brandenburg besetzt werden. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit der Industrie immer stärker beeinträchtigt.

Dr. Michael Stahl, Geschäftsführer Bildung und Volkswirtschaft des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall: „MINT ist die Grundlage unserer Forschungs- und Innovationsfähigkeit, gerade in der Metall- und Elektro-Industrie. Deshalb brauchen wir auch noch mehr MINT-Kräfte, wenn wir die Forschungsausgaben in Deutschland auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigern wollen. Genauer gesagt: Die Zahl der MINT-Erwerbstätigen in den Forschungsabteilungen müsste von heute rund 1,1 Millionen um etwa 220.000 auf 1,3 Millionen zunehmen."

Prof. Dr. Axel Plünnecke, Leiter Kompetenzfeld Bildung, Zuwanderung und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, erinnert daran, dass die nach Deutschland zugewanderten Personen mit einer MINT-Qualifikation im Jahr 2017 mit rund 190 Milliarden Euro zur Wertschöpfung beigetragen haben. Doch selbst die großen Erfolge bei der MINT-Beschäftigung von Älteren und Zuwanderern hätten nicht gereicht, die Zunahme der Fachkräftelücke zu verhindern. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert: "Gute MINT-Bildung ist auch gute digitale Bildung. Darum muss der Digitalpakt Schule endlich zügig umgesetzt werden. Wir können die Chancen der Digitalisierung nur nutzen, wenn auch unser Bildungssystem die jungen Menschen auf eine Arbeitswelt 4.0 vorbereitet."

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den MINT-Report zweimal jährlich. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.

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