18.10.19Berlin

Gespräche zur Arbeitszeit Ost ohne Ergebnis von IG Metall abgebrochen

Verhandlungsführer Stefan Moschko: „Ostdeutsche Arbeitgeberverbände bleiben gesprächsbereit“

Das achte Gespräch zur Arbeitszeit Ost zwischen den Arbeitgebern der ostdeutschen Metall- und Elektro-Industrie und der IG Metall ist gestern Abend von der IG Metall überraschend abgebrochen worden.

"Flächentarif in Ostdeutschland stärken"

„Dabei hatte sich in wesentlichen Eckpunkten eine Einigung abgezeichnet“, bedauerte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Stefan Moschko. „Wir waren einer Lösung sehr nah, die den Einstieg in die 35-Stunden-Woche bedeutet und die den Betriebsparteien dabei mehr Spielraum für Betriebe und Beschäftigte gegeben hätte, Arbeitszeiten betriebsindividuell zu gestalten. Wir hatten die Chance, dadurch den Flächentarif in Ostdeutschland wieder zu stärken.“

Der Verhandlungsstand habe eine Absenkung der Arbeitszeit im Flächentarif auf 35 Stunden ebenso vorgesehen wie die Unterzeichnung des TV FUTURE ("Flächenlösung zur Unterstützung der Tarifbindung von Unternehmen sowie zur Regionalen Entwicklung"). Beide Seiten seien sich einig gewesen, durch freiwillige Betriebsvereinbarung in eine neue Tarifwelt wechseln zu können. Diese sieht eine schrittweise Senkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden vor - bei gleichzeitigen Regelungen zum vorübergehenden Ausgleich der Mehrkosten und zur Sicherung des wegfallenden Arbeitszeit-Volumens.“

Kompromiss muss für beide Seite akzeptabel sein

„Die IG Metall hat längst besprochene Punkte wieder zurückgezogen. Das bedauere ich sehr, denn wir waren auf einem guten Weg“, so Moschko. „Aber eine Lösung kann nicht von einer Seite diktiert werden, sondern muss ein für beide Seiten akzeptabler Kompromiss sein.“

„Die ostdeutschen Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie sind weiterhin an einer Lösung im Flächentarif interessiert“, betonte Moschko.

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