16.03.18

Industrielle Metall- und Elektroberufe werden digital

Die industriellen Berufe der Metall- und Elektroindustrie sollten fit werden für die Digitalisierung – und das möglichst schnell. Darin waren sich die Sozialpartner einig. In einem agilen Verfahren haben Gesamtmetall und IG Metall in Kooperation mit VDMA und ZVEI daher einen Entwurf für die Novellierung der Berufsaufbildung ausgearbeitet.

In Workshops mit Praktikern und Wissenschaftlern wurden die Industrie-4.0-relevanten Ausbildungsberufe der Metall- und Elektroindustrie auf die Anforderungen der Digitalisierung hin untersucht. Die Erkenntnisse flossen schrittweise in den Novellierungsentwurf ein und wurden gemeinsam diskutiert.

Vorausgegangen war die Erfahrung, dass die Metall- und Elektroberufe hinsichtlich neuer Technologien zwar grundsätzlich gut aufgestellt sind, aber die Digitalisierung auch Einfluss auf die Organisation von Unternehmen und damit Entscheidungsprozesse und Arbeitsformen hat. Diese Aspekte sollten sich ebenfalls in der Ausbildung wiederfinden, um die jungen Leute optimal auf das Berufsleben vorzubereiten. Neben technologischen Inhalten, mussten also auch Prozessdenken und überfachliche Kompetenzen Beachtung finden.

Der finale Entwurf wurde schließlich dem Verordnungsgeber überreicht und das Verfahren zur Novellierung der Ausbildungsverordnungen unter Federführung des Bundeswirtschafts- sowie des Bundeswissenschaftsministeriums durchgeführt. Beteiligt waren zudem rund 20 Sachverständige der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite.

Teilnovellierung zum 01. August 2018 beschlossen

Das gute Zusammenspiel der Sozialpartner mit den weiteren beteiligten Stellen zeigte Erfolg. Denn nun hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) die Teilnovellierung der industriellen Metall- und Elektroberufe und des Mechatronikers zum 01. August 2018 beschlossen. Bereits zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres kann die Modernisierung der Ausbildungsberufe damit auf den Weg gebracht werden.

Folgende wichtige Neuerungen sind in den modernisierten Ausbildungsordnungen enthalten:

  • Erweiterung des Ausbildungsprogramms um die Themen "Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit"
  • Aktualisierung der betrieblichen Ausbildungsinhalte und der schulischen Lerninhalte
  • Zusatzqualifikationen zu Themen der Digitalisierung als Optionen für die Betriebe und ihre Auszubildenden (z.B. digitale Vernetzung, Prozess- und Systemintegration, Sicherheit in der Informationstechnologie oder additive Fertigungsverfahren)


Weiterführende Informationen zur Novellierung finden Sie hier.

Gemeinsame Pressemitteilung der Sozialpartner

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