19.04.16München

Studie: Aus- und Weiterbildung in der Industrie 4.0

Die duale betriebliche Ausbildung in der M+E-Industrie ist ein starkes Fundament

Die Auswirkungen der Industrie 4.0 auf die Aus- und Weiterbildung in der M+E-Industrie waren das Thema der am Dienstag von den bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgebern vorgestellten Studie. Anhand von Expertengesprächen und Workshops sowie der Analyse vorhandener Literatur und Fallstudien ermittelte ein Expertenteam unter Leitung der Universität Bremen den Anpassungsbedarf bestehender Berufsbilder an die Erfordernisse des digitalen Wandels.

Klar ist, dass sich die Anforderungen an die Unternehmen und damit auch die Arbeitnehmer ändern. Der digitale Wandel erfasst alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft und verändert entsprechend auch den Qualifizierungsbedarf. Neue Techniken erfordern neue Kompetenzen. Jedoch zeigt die Studie deutlich, dass diese im Rahmen der bestehenden Berufsbilder der betrieblichen M+E-Ausbildung abgebildet werden können. Die duale Ausbildung in der M+E-Industrie ist ein starkes Fundament. Nun heißt es, die Berufsausbildung um die durch die Digitalisierung hervorgerufenen Veränderungen der Produktions- und Wertschöpfungsketten zu ergänzen. Lebenslanges Lernen ist nicht mehr nur ein Sprichwort. Aus- und Weiterbildung müssen in der Industrie 4.0 viel enger verzahnt werden, um das Mitwachsen der Kompetenzen mit den technologischen Entwicklungen garantieren zu können. Denn nur mit qualifiziertem Personal können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern.  

Entsprechend empfiehlt die Studie im Bereich der Weiterbildung die Einführung sogenannter produktionsnaher Lernfabriken oder Lerninseln. Hier sollen Unternehmen ihre Fachkräfte kontinuierlich weiterbilden lassen können, um den künftig ansteigenden Bedarf an Fachkräften im mittleren Qualifikationsbereich – also vom Facharbeiter bis zum Techniker – decken zu können. Denn die Industrie 4.0 erfordert vor allem Prozessverständnis. Die Menschen müssen die Maschinen nicht nur bedienen, sondern das Zusammenspiel der Produktions- und Wertschöpfungsprozesse verstehen. Sie müssen Datenströme durchschauen und die vernetzten Systeme vollständig begreifen, um regulierend in die Produktion eingreifen und Maschinen entsprechend nachjustieren zu können.

Das Fazit der Studie: Die deutsche Aus- und Weiterbildungslandschaft ist für den digitalen Wandel gut gerüstet. Mit der dualen betrieblichen Ausbildung hat Deutschland ein anpassungsfähiges System etabliert, das nun um den aus der Industrie 4.0 entstehenden Qualifikationsbedarf ergänzt werden muss. Für den Produktions- und Wirtschaftsstandort Deutschland ist dies ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, den es jetzt auszubauen gilt.

Die Kernpunkte

  • Die Entwicklungen im Rahmen der Industrie 4.0 werden die Beschäftigungsgruppe mit mittlerem Qualifikationsniveau stärken, denn künftig ist vor allem Prozessverständnis gefragt.
     
  • Lebenslanges Lernen ist das Erfolgsrezept des digitalen Wandels. Entsprechend müssen die Bereiche Aus- und Weiterbildung enger verzahnt werden.
     
  • Die Digitalisierung erfordert eine Anpassung der in der Aus- und Weiterbildung vermittelten Kompetenzen. Ein neues Berufsbild Industrie 4.0 ist jedoch nicht notwendig.
     
  • Das System der dualen betrieblichen Ausbildung ist dank seiner Anpassungsfähigkeit ein gutes Fundament und stärkt den Produktions- und Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die Studie

Aus- und Weiterbildung in der Industrie 4.0

Eine Studie im Auftrag der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber

Ihre Ansprechpartner zum Thema "Digitale Bildung"

Thoralf Marks
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