29.10.18

Veranstaltung „Modernes Wertstromdesign – im Spannungsfeld zwischen Großserie und Auftragsproduktion“

Bericht vom Praxis-Workshop bei Schaeffler in Luckenwalde

Am 11. Oktober 2018 öffnete Schaeffler in Luckenwalde seine Tore für das 22. Fertigungsforum. Eingeladen waren Geschäftsführer sowie Werks-und Fertigungsleiter. Ihr Thema: Wertstrom. Beim Wertstrom geht es um einen optimalen Material- und Informationsfluss im Produktionsprozess. Über einen effizient organisierten Wertstrom lässt sich eine wettbewerbsfähige und kundenorientierte Produktion sicherstellen.

Wie aber macht man das – die Abläufe und Prozesse durch ein modernes Wertstromdesign optimieren? Wie vermeidet man dabei alle nicht-wertschöpfenden Tätigkeiten? Wie lässt sich die Großserien- und Auftragsproduktion steuern und möglichst effizient gestalten? Wo gibt es Grenzen? Welche Erfahrungswerte gibt es?

Mit zahlreichen unterschiedlichen Fragen kamen die Teilnehmer zum Fertigungsforum. Erste Antworten lieferte der Einführungsvortrag von Werkleiter René Windszus, der vom Wertstromdesign bei Schaeffler berichtete. Anschließend stellte Ralph Conrad vom Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) LEAN-Methoden und -Instrumente wie 5A, SMED und Card Board Engineering vor. Diese Verfahren sind nach Einschätzung von Conrad unverzichtbar für ein modernes Wertstromdesign in der Einzel- und Kleinfertigung wie auch in der Großserienproduktion. Das ifaa ist das Forschungsinstitut der Metall-und Elektroindustrie und unterstützt die Mitgliedsunternehmen der Verbände bundesweit in allen Fragen der Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation.

Wie lässt sich ein moderner Wertstrom im Spannungsfeld von unterschiedlichen Produktionsarten gestalten? Dies konnten die Teilnehmer nun praxisorientiert an den Produktionsmarktplätzen „Wertstromsteuerung“ und „Logistik/Materialfluss“ von Schaeffler herausfinden. Die Gruppe bekam die Aufgabe, Handlungsfelder zu identifizieren, eigene Erfahrungen einzubringen und neue Ideen zu diskutieren.

Die wichtigsten Herausforderungen beim Wertstromdesign wurden zunächst per Kartenabfrage unter den Teilnehmern ermittelt. Die Ergebnisse wurden anschließend direkt mit dem Themenbereich „Ideen/Aspekte“ zusammengeführt und thematisch geclustert. Es zeigte sich, dass Logistik und Wertstromdesign vor identischen Herausforderungen stehen: In beiden Gebieten kommt es bei den marktplatzbezogenen Themenfeldern immer auf optimale Kommunikation und Visualisierung an. Ziel ist es, mit geringstmöglichem Pflegeaufwand ein Maximum an Informationen zu erhalten und auszutauschen. Dies wird erreicht, indem die Schnittstellenkommunikation zwischen Menschen und im automatisierten Prozessgefüge (Roboter) über elektronische Plattformen (Beschaffung, Logistik) und autonome Transportsysteme optimiert wird.

Aus der sehr praxisnahen Ausrichtung des Workshops ergab sich ein doppelter Nutzen: Schaeffler erhielt wertvolle Anregungen der Teilnehmer, wie die Effizienz der analysierten Wertstromprozesse gesteigert werden kann. Und die Teilnehmer gewannen neues Praxiswissen, das sie nun in ihre Produktionsbereiche übertragen können.

Das ME-Netzwerk ist die wichtigste Plattform in der Hauptstadtregion, auf der Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie sowie wissenschaftliche Einrichtungen ihre Erfahrungen austauschen können. Das ME-Netzwerk wird vom Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. (VME) organisiert. Eine tragende Säule des Netzwerks ist das Fertigungsforum.

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