01.06.18

Voneinander lernen

Wie bleiben Firmen wettbewerbsfähig? Die Strategien ähneln sich, fanden VME und Nordmetall auf einer Studienreise heraus.

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, hat der chinesische Philosoph Laotse einmal gesagt: Hört man damit auf, treibt man zurück. Das gilt auch für Unternehmen – ständig müssen sie neue Lösungen entwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Einige Betriebe ragen dabei heraus – diese haben VME und Nordmetall auf einer dreitätigen Reise mit Entscheidern im April besucht. „Wir wollten herausfinden, wie die Firmen Verschwendung bekämpfen und was sie in der Produktion besser machen als andere“, sagte Uwe Radloff vom VME, der die Exkursion mit organisiert hat.

Der Metallverarbeiter PUK in Berlin etwa zeigte, wie die konsequent umgesetzte 5S-Methode (Sortieren, Setzen, Säubern, Standardisieren und Selbstdisziplin) die Wertschöpfung verbessert und Verschwendungen reduziert. Für kontinuierliche Verbesserungsprozesse gibt es bei PUK Teams, die ständig neue Ideen entwickeln und sich abstimmen. Davon profitiert im nächsten Schritt das gesamte Unternehmen.

Die Schaeffler Technologies AG & Co in Luckenwalde macht es mit ihrer transparenten Produktion ähnlich. Zudem hat das Unternehmen in allen Bereichen ein Management-System etabliert, das auf Kennzahlen basiert. Tritt ein Problem auf – ob in der Logistik, im Einkauf oder in der Qualitätssicherung – suchen die Mitarbeiter in kurzen, regelmäßigen Runden eine Lösung. Gelingt das nicht, wird die nächsthöhere Ebene eingeschaltet.

Procter & Gamble Manufacturing in Berlin stellte das Integrated Work System (IWS) vor. Dabei werden Mitarbeiter ausdrücklich aufgefordert, eigene Innovationen auszuprobieren. Daran dürfen sie bis zur Praxisreife arbeiten. Das sorgt auch für Motivation und ein gutes Miteinander. Bei MAN Diesel & Turbo SE in Berlin geht es um kleinere Serien. Hier sind überlegte Rüstprozesse umso wichtiger, daher kommt es in der Fertigung auf Wertstromanalyse, Kommunikation und Visualisierung an.

„Nicht nur unsere 18 Teilnehmer haben viel gelernt“, resümierte VME-Experte Radloff. „Auch die Unternehmen waren froh über das Feedback zu ihrer Arbeit.“ Kontinuierliche Verbesserungsprozesse seien keine einmalige Angelegenheit. „Sie funktionieren nur dann, wenn alle Beteiligten ständig hinzulernen wollen und dieser Prozess organisiert ist. Mitarbeiter müssen auch Fehler machen und eigene Ideen entwickeln dürfen“, rät Radloff. „Hier ist Kommunikation alles.“

Ihr Ansprechpartner

Uwe Radloff
Arbeitswissenschaft und M+E-Netzwerk
Uwe
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