Arbeitgeber verlangen klare Schritte gegen den Kostendruck in der Metall- und Elektroindustrie
„Diese Tarifrunde muss einen Beitrag dazu leisten, dass der Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig wird. Die Gewerkschaft muss der Realität ins Auge sehen: Ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und weiteren Zusatzleistungen wird der schwierigen Lage unserer Betriebe in keiner Weise gerecht.“ Das sagte Henning Brandes, Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME), nach der ersten Verhandlung mit der IG Metall am Montag in der Hauptstadt. Brandes weiter: „Ein dickes Plus bei den Kosten wäre ein weiteres Minus für den Standort. Die Folgen wären mehr Stellenabbau, mehr Druck auf die Arbeitsplätze, weniger Investitionen und weniger Zukunft.“
Stellen in Gefahr, Produktion geht zurück
Der VME-Verhandlungsführer verwies darauf, dass bundesweit Monat für Monat 10.000 Arbeitsplätze in der deutschen Leitindustrie verloren gehen. Seit 2019 summiere sich der Rückgang auf 350.000 Stellen, die Produktion liege um 15 Prozent unter dem damaligen Niveau. Das gehe zurück auf harte Konkurrenz aus China, auf US-Zölle, auf den Krieg und auf schlechte Rahmenbedingungen hierzulande. „Natürlich spielen insbesondere die hohen Arbeitskosten in der Metall- und Elektroindustrie eine entscheidende Rolle“, kritisierte der VME-Verhandlungsführer. „Eine Arbeitsstunde in Deutschland kostet 55 Euro, in Polen aber nur rund 18 Euro, bei etwa vergleichbarer Produktivität. Nur wenn wir die Arbeitskosten wieder in den Griff bekommen, werden Betriebe und Beschäftigung wieder sicher.“
Den Verweis der IG Metall auf steigende Verbraucherpreise als Begründung ihrer hohen Forderung werteten die Arbeitgeber als nicht überzeugend. „Erstens müssen auch die Unternehmen steigende Material- und Energiekosten schultern. Zweitens entsteht durch steigende Preise noch kein höherer Verteilungsspielraum“, sagte Brandes. „Den bekommen wir nur durch mehr Produktivität und mehr Erfolg am Markt.“ Dafür brauche es einen Tarifabschluss mit Augenmaß, der die Betriebe stärkt, Spielräume für Investitionen eröffnet und die Arbeitsplätze sichert. „Kosten senken, Standort retten – das ist die Aufgabe für uns als Sozialpartner in dieser Tarifrunde.“
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