31.03.16 | Berlin
Die digitale Welt der Studierenden
Welche Medien nutzen deutsche Studierende im Hochschulalltag? Sind sie wirklich so digital unterwegs, wie angenommen? Diesen Fragen widmet sich die Studie "Lernen mit digitalen Medien aus Studierendenperspektive" des Hochschulforums Digitalisierung. Knapp 27.500 Studierende aus 153 Hochschulen in 11 verschiedenen Fächern wurden befragt. Das überraschende Ergebnis: Die junge Generation agiert bei der Nutzung digitaler Medien zu einem Großteil eher konservativ. Das Bild des vielseitig orientierten Studierenden, der sich aus dem umfangreichen Angebot verfügbarer Medien ein individuelles Lernportfolio zusammenstellt, entspricht – unabhängig vom Alter – nicht der breiten Realität. Selbst wenn privat digitale Medien genutzt werden, überträgt sich dies nicht zwangsläufig in den Hochschulalltag, so das Ergebnis der Studie. Digitale Lehre an Hochschulen funktioniert vor allem dann, wenn Dozierende sie proaktiv einführen. Nur dort wo digitale Medien an den Hochschulen und in den Studiengängen ein natürlicher Bestandteil des Lernprozesses sind, ist die Verbreitung bereits heute hoch. Die Digitalisierung der Hochschullehre ist Chefsache In vielen Hochschulen sieht der Alltag jedoch anders aus. Hier prägen weiterhin eher klassische Digital-Medien wie PDFs, E-Mails oder Power-Point-Präsentationen das Bild. Moderne digitale Anwendungen werden oft noch nicht systematisch mit dem Präsenzstudium verknüpft. Entsprechend gestaltet sich auch die Mediennutzung der Studierenden. Digitale Studienformen, in denen Studierende direkt mit Kommilitonen und Dozierenden kommunizieren, kommen wenig bis kaum zur Anwendung. Dies ist vor allem in dem nicht vorhandenen Angebot der Hochschulen begründet. Entsprechend auch das Fazit der Studie, die die Digitalisierung der Hochschullehre klar in der Verantwortung von Hochschulleitungen und Lehrenden sieht. Mehr zur Studie Die Studie "Lernen mit digitalen Medien aus Studierendenperspektive" ist eine Sonderauswertung aus dem CHE Hochschulranking für die deutschen Hochschulen und wurde am 17. März 2016 im Rahmen der Themengruppe „Innovationen in Lern‐ und Prüfungsszenarien“ des Hochschulforums Digitalisierung veröffentlicht.