Die neue KMK-Strategie "Bildung in der digitalen Welt"
Mit ihrer am 9. Dezember verabschiedeten Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ legt die Kultusministerkonferenz (KMK) ein Handlungskonzept für Länder, Bund, Kommunen, Schulträger und Schulen vor, das Lernen im Kontext der zunehmenden Digitalisierung von Gesellschaft und Arbeitswelt sowie die kritische Reflexion dessen zum integralen Bestandteil des Bildungsauftrags macht. Künftig sollen die Potenziale der digitalen Medien noch besser genutzt werden, um Schülerinnen und Schüler individueller zu fördern und so die Anstrengungen für mehr Chancengerechtigkeit durch Bildung zu stützen.
Dabei soll die Umsetzung des digitalen Lernens schrittweise erfolgen:
- Die Länder müssen die angestrebten digitalen Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler als Bildungsziele fest in den Bildungsplänen der Unterrichtsfächer verankern.
- Gemeinsam müssen Länder, Bund und Schulträger eine funktionssichere und leistungsfähige digitale Infrastruktur für Schulen aufbauen.
- Ein nächster Schritt der Länder ist die Ausarbeitung und Umsetzung der Aus- und Fortbildungsprogramme für die Lehrkräfte. Gemeinsam sind von Ländern und Bund zudem zahlreiche rechtliche Fragen des Datenschutzes und des Urheberrechtes zu klären.
- Zudem sollten die Länder – in Zusammenarbeit mit Fachleuten für digitale Medien wie beispielsweise Software-Entwicklern und Schulbuchverlagen – anwenderfreundliche und für den Unterricht geeignete Lernprogramme entwickeln und gestalten.
- Final gilt es, digitales Lernen in Schule und Unterricht mit digitalen Lernplattformen und digitaler Schulverwaltungssoftware zu verbinden.
Die Zielsetzung
Mit der Strategie verfolgt die KMK das Ziel, bis 2021 in den weiterführenden Schulen jeder Schülerin und jedem Schüler eine digitale Lernumgebung mit Zugang zum Internet zur Verfügung zu stellen, sofern dies den Unterrichtsverlauf aus pädagogischer Sicht unterstützt.
Auch die beruflichen Schulen und Hochschulen sind nicht ausgenommen. Für sie formuliert die Strategie ebenfalls Anforderungen und Handlungsbedarfe. So sollen die beruflichen Schulen die technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen der Digitalisierung in den Unterricht integrieren. Zudem müssen Entwicklungen, wie das Internet der Dinge, die Industrie beziehungsweise Wirtschaft 4.0, das Wissensmanagement, smartes Handwerk, digitales Bauen, eCommerce, smarte Landwirtschaft oder eHealth, künftig in den Bildungsplänen der Länder berücksichtigt werden.
Die Hochschulen stehen der Herausforderung gegenüber, trotz der stetigen Zunahme des verfügbaren Wissens und immer kürzere Innovationszyklen, die neuen digitalen Technologien effizient und nachhaltig in ihre Strukturen und Abläufe zu integrieren. Das birgt aber auch Chancen. Denn mit der Digitalisierung entstehen neue Möglichkeiten, Lehrangebote individuell und flexibel zu gestalten.