20.01.15 | Berlin

Keine Annäherung bei erster Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg

Verhandlungsführer Moschko: IG Metall muss zurück auf den Boden der Tatsachen
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Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME) verlangt von der IG Metall mehr Realitätsnähe in der aktuellen Tarifrunde. „Die Gewerkschaft hat mit ihren Forderungen den Bogen deutlich überspannt“, sagte VME-Verhandlungsführer Stefan Moschko nach dem Auftakt der Gespräche am Dienstag in Berlin. Eine Annäherung könne es erst geben, wenn die IG Metall auf den Boden der Tatsachen zurückkehre. 

„Die Forderungen sind angesichts der unsicheren Lage der Weltwirtschaft und der dürftigen Konjunkturaussichten völlig überzogen“, fügte Moschko hinzu. Die Exportaussichten für die Metall- und Elektroindustrie hätten sich zuletzt deutlich eingetrübt. Neben den Krisen in Russland und Nahost sowie den Problemen im Euro-Raum könne sich die Branche nun nicht auch noch hausgemachte Probleme durch übermäßige Tariferhöhungen leisten. 

Ohnehin seien die Lohnstückkosten in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen, da sich die Produktivität nur mäßig entwickelt habe. Das sei gerade für den Mittelstand ein Problem. „Vor allem in kleinen und mittleren Betriebe geht es jetzt um die Sicherung der Arbeitsplätze“, sagte Moschko. Mit weiter steigenden Kosten sei dies jedoch schwierig. „Es bleibt das Geheimnis der IG Metall, warum bei absolut stabilen Preisen ein Inflationsausgleich von zwei Prozent nötig sein soll.“ Zumal sich die Gewinne bei vielen Unternehmen der Branche dürftig entwickelt hätten. 

Als „Blütenträumerei“ bezeichnete Moschko überdies die Forderung nach einer persönlichen, allein von den Arbeitgebern zu finanzierenden Bildungsteilzeit. „Die Branche investiert längst umfassend in die Qualifizierung ihrer Beschäftigten. Wir wissen aber selbst am besten, was betrieblich notwendig ist.“ Auch in Sachen Altersteilzeit schieße die IG Metall aus Sicht der Arbeitgeber weit über das Ziel hinaus. Moschko: „Angesichts der zunehmenden Alterung und der wachsenden Fachkräfte-Engpässe können wir uns eine erneute massenhafte Frühverrentung nicht leisten.“ Wer aus gesundheitlichen Gründen im Alter nicht mehr arbeiten könne, müsse weiterhin flexibel aussteigen können. „Wir können aber niemanden mit einem Zuschuss in die Frührente schicken, nur weil er keine Lust mehr hat.“ 

Die zweite Verhandlungsrunde für die rund 100.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg ist für den 30. Januar geplant.

Disclaimer

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e. V. (VME) vertritt die Interessen der größten Industriebranche der Region. Er ist regionaler Tarifpartner der Branchengewerkschaften der M+E-Industrie. Daneben setzt er sich für die Belange seiner Unternehmen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik ein. Dem VME gehören 138 Unternehmen an. Auf Bundesebene ist der VME mit anderen regionalen Metallarbeitgeberverbänden im Dachverband GESAMTMETALL zusammengeschlossen. Der VME ist der größte Mitgliedsverband der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

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