28.10.24

Krise und Löhne

Keine Zeit für Streiks

Deutschland steckt im zweiten Rezessionsjahr. Hoffnung auf einen Aufschwung macht derzeit niemand, und wenn es ganz schlecht läuft, geht die Krise 2025 noch weiter. Für die Unternehmen bedeutet das eine schwierige Zeit. Alles kommt auf den Prüfstand, jeder Kostenblock wird angefasst, jeder Stein umgedreht – nur um die Lage zu stabilisieren.

Vor diesem Hintergrund verhandeln wir Metall-Arbeitgeber mit der IG Metall in der aktuellen Tarifrunde. Die Gewerkschaft fordert nicht nur einen Lohnaufschlag von sieben Prozent für die Metall- und Elektroindustrie. Sie will das Land zudem ab Dienstagfrüh mit Warnstreiks überziehen. Das ist mit dem Ende der Friedenspflicht erlaubt.

Mit jedem Tag rutscht die Industrie tiefer in die Krise. Es geht nicht nur um die Autohersteller und ihre Zulieferer. Auch Unternehmen aus anderen Branchen, die hierzulande produzieren, aber stark auf den Export fokussiert sind, spüren die Unzulänglichkeiten des Standorts Deutschland: Teure Energie und Bürokratie bremsen, die Löhne sind hoch und die Arbeitszeiten kürzer als in vielen anderen Ländern. Gewerkschaftliche Tarif-Folklore mit roten Fahnen und Trillerpfeifen ändert daran leider nichts.

Hinzu kommt, dass die Arbeitgeber längst ein einigungsfähiges Angebot auf den Tisch gelegt haben. 3,6 Prozent für 27 Monate sichern die Reallöhne und geben den Firmen Planungssicherheit. Die Unternehmen gehen dabei an die Grenze ihre Möglichkeiten. Diesen Vorschlag weiterzuentwickeln und ihn so auszugestalten, dass er für beide Seiten passt, ist das Wesen von Tarifverhandlungen. Wenn der IG Metall an einer raschen Einigung gelegen ist, sollte sie am Verhandlungstisch nach Lösungen suchen – und nicht auf der Straße.

Pressekontakt

Carsten Brönstrup
Abteilungsleiter Presse und Kommunikation, Pressesprecher
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