Metall-Arbeitgeber in Berlin und Brandenburg: IG Metall muss ihren Höhenflug beenden
„Die IG Metall muss schleunigst damit aufhören, Luftschlösser zu bauen. Eine Lohnforderung von fünf Prozent gefährdet akut die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie in Deutschland.“ Das sagte heute Stefan Moschko, Verhandlungsführer der Arbeitgeber, zum Auftakt der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg. Die Gewerkschaft müsse endlich die wirtschaftlichen Fakten zur Kenntnis nehmen. „Zahlreiche globale Krisen, dürftige Wachstumsprognosen und die verstärkte Tendenz zu Investitionen im Ausland lassen nur einen Schluss zu: Es ist die falsche Zeit für Höhenflüge“, urteilte Moschko.
In dem rund zweistündigen Gespräch habe sich gezeigt, dass die IG Metall die konjunkturelle Lage völlig falsch einschätze. So führe der Verweis auf die robuste deutsche Binnennachfrage in die Irre. „Das nutzt unseren Industriebetrieben herzlich wenig. Wir machen keine Currywürste, sondern Maschinen und Anlagen für die globalen Märkte“, befand Moschko. Angesichts einer stotternden Exportkonjunktur könnten die Unternehmen noch höhere Lohnstückkosten nicht gebrauchen. „Allein die Tarifrunden seit 2012 haben in den Betrieben zu einem Kostenschub von rund 14 Prozent geführt. Wer hier noch weiter draufsatteln will, übersieht, dass die Arbeitsstunde in Nachbarländern nur einen Bruchteil des deutschen Niveaus kostet“, unterstrich er. Zudem warne selbst das gewerkschaftseigene Wirtschaftsinstitut IMK vor einer „stark gestiegenen Rezessionswahrscheinlichkeit“ – trotz niedriger Zinsen, eines günstigen Euro-Wechselkurses und billigen Öls.
Mit Verwunderung registrierten die Arbeitgeber zudem, wie die Gewerkschaft am Dienstag ihre Lohnforderung von fünf Prozent begründete. „Die Produktivität steigt kaum, und die Inflationsrate liegt bei Null. Nach ihrer eigenen Rechenformel dürfte die IG Metall gerade einmal 0,5 Prozent mehr verlangen“, gab Moschko zu bedenken. Überdies lasse die Gewerkschaft völlig außer Acht, dass jedes vierte Unternehmen in der Branche aktuell gerade einmal eine schwarze Null schreibe. „Die Betriebe brauchen jetzt dringend Luft zum Atmen und Planungssicherheit – aber keinen neuerlichen Kostenanstieg. Die IG Metall muss umgehend zur Realität zurückkehren, sonst bringt sie viele unserer Betriebe ins Trudeln und damit Arbeitsplätze in Gefahr“, warnte Moschko.
Die zweite Verhandlungsrunde für die M+E-Industrie in Berlin und Brandenburg ist für den 15. April geplant.
Auf www.falsche-zeit-fuer-hoehenfluege.de informieren die Metall-Arbeitgeber über ihre Standpunkte und den Verlauf der Tarifrunde.
Auf www.wir-fuer-mehr.de (eigentlich ein Slogan der IG Metall) unterziehen wir die Argumente der Gewerkschaft einem Faktencheck.
Disclaimer
Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e. V. (VME) vertritt die Interessen der größten Industriebranche der Region. Er ist regionaler Tarifpartner der Branchengewerkschaften der M+E-Industrie. Daneben setzt er sich für die Belange seiner Unternehmen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik ein. Dem VME gehören 138 Unternehmen an. Auf Bundesebene ist der VME mit anderen regionalen Metallarbeitgeberverbänden im Dachverband GESAMTMETALL zusammengeschlossen. Der VME ist der größte Mitgliedsverband der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).