Monitor Digitale Bildung – Die Hochschulen im digitalen Zeitalter
Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft von Grund auf. Alle Bereiche des Lebens sind betroffen – von Gesellschaft über Arbeit und Wirtschaft bis hin zur Bildung. Der "Monitor Digitale Bildung" der Bertelsmann Stiftung greift die Fragen der Digitalisierung der Bildungsinstitutionen in Deutschland auf und prüft, wie gut diese auf den digitalen Wandel vorbereitet sind.
Dazu gehören Fragen der Verbreitung und des Einsatzes digitaler Lerntechnologien ebenso wie die Frage, ob die Digitalisierung zu mehr Chancengerechtigkeit beiträgt. Um einen möglichst repräsentativen Querschnitt der Bildungslandschaft zu erstellen, befragte das mit der Studie betraute "mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH" rund 2.750 Studierende, 650 Professoren und Dozenten sowie 85 Präsidenten, Rektoren und Mitarbeiter der Hochschulverwaltung zum Stand der Digitalisierung.
So schafft der "Monitor Digitale Bildung" der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) erstmals eine umfassende und repräsentative empirische Datenbasis zum Stand des digitalisierten Lernens in den verschiedenen Bildungssektoren in Deutschland – Schule, Ausbildung, Hochschule und Weiterbildung. Nachdem im August 2016 bereits der erste Bericht zum Sektor berufliche Ausbildung erschienen war, steht im zweiten Bericht nun der Hochschulbereich im Fokus.
Fokus Hochschule
Die Ergebnisse des "Monitors Digitale Bildung – Die Hochschulen im digitalen Zeitalter" zeichnen ein positives Bild: Die deutschen Hochschulen sind im digitalen Zeitalter angekommen und in den meisten Fällen auch gut ausgestattet. Fast 60 Prozent der befragten Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter geben ihrer Hochschule die Schulnote "1" oder "2", wenn es um die Bereitstellung von Medientechnik geht.
Jedoch sind trotz guter Infrastruktur die didaktischen Potenziale der Digitalisierung noch längst nicht ausgeschöpft. Ursachen sehen die Autoren in der noch immer dominierenden Skepsis der Lehrenden, die mobile Geräte in Lehrveranstaltungen als ablenkend und störend empfinden und den hohen Aufwand in der Vorbereitung beklagen. Zudem sind auch rechtliche Probleme in den Augen der Lehrenden noch ungelöst.
Positiv zu bewerten ist jedoch die Einstellung der Hochschulleitungen. Diese sehen in der Digitalisierung eher Chancen als Risiken und nutzen digitale Techniken häufig als Lösungsansätze für konkrete Herausforderungen – etwa bei der Umsetzung individualisierten Lernens oder beim Umgang mit einer heterogenen Studierendenschaft. Hier sehen Hochschulleitungen die Digitalisierung ganz klar als möglichen Weg zur Lösung von bestehenden Problemstellungen.
Fazit
Bemerkenswert ist, dass – entgegen weitläufiger Meinungen – die Befragung zeigt, dass die Studierenden selbst in der Regel keine enthusiastischen Treiber der Digitalisierung sind. Die geringste Motivation zur Anwendung digitaler Medien zeigen im Vergleich der Fächergruppen die Lehramtsstudierenden. Ihnen wird von den Autoren gar das Prädikat "wenig digital-affin" verliehen. Angesichts der stetig zunehmenden digitalen Herausforderungen der Wirtschaft und der proportional steigenden Anforderungen an Arbeitskräfte, ist diese Entwicklung kritisch zu betrachten. Denn gerade auf die Lehramtsstudierenden kommt es an, wenn es darum geht, digitale Fragestellungen, Medien und Lösungsansätze in die Schulen zu tragen.
Die Studie "Monitor Digitale Bildung – Die Hochschulen im digitalen Zeitalter" steht für Sie auf den Seiten der Bertelsmann Stiftung bereit.