28.05.15 | Berlin

Nachwuchs-Suche mit dem neuen InfoTruck: Metall- und Elektroindustrie der Hauptstadtregion investiert in junge Fachkräfte

VME-Präsident Dr. Niehage und Wirtschaftssenatorin Yzer stellen neuen InfoTruck vor
Infotruck

Zusammen mit Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer gingen Dr. Udo Niehage (VME-Vorstandsvorsitzender) und Christian Amsinck (VME-Hauptgeschäftsführer) mit den Schülerinnen und Schülern auf eine interaktive Erkundungsreise durch die M+E-Berufswelt. © VME 2015 / André Wagenzik

Ehrgeizige, motivierte und fähige Nachwuchskräfte zu finden, ist entscheidend für die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie. Mit einer Investition in Millionenhöhe setzt die Branche nun ein Zeichen für die duale Berufsausbildung. „Unsere neuen M+E-InfoTrucks sind ein klares Bekenntnis, dass wir dem Fachkräftemangel in der Hauptstadtregion entschieden entgegentreten“, sagte Dr. Udo Niehage, Vorsitzender des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME), am Donnerstag in Berlin. „Viele Schülerinnen und Schüler wissen noch zu wenig über die attraktiven Ausbildungs- und Karrierechancen in unserer Industrie. Dabei haben wir auch und gerade junge Frauen im Blick. Für Berührungsängste mit technischen Berufen gibt es überhaupt keinen Grund.“

Im InfoTruck informiert die Metall- und Elektroindustrie auf rund 100 Quadratmetern Präsentationsfläche und zwei Etagen Schüler über die Berufsbilder, die Perspektiven und die Anforderungsprofile in der Branche. Die Unternehmen und der VME werben mit den Fahrzeugen an Schulen und öffentlichen Einrichtungen für einen Einstieg in Deutschlands leistungsstärkste und innovativste Industrie, die in der Hauptstadtregion mehr als 100.000 Menschen beschäftigt. Zum Einsatz kommt dabei modernste und zugleich jugendgerecht gestaltete Präsentationstechnik. 

Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft Technologie und Forschung, zeigte sich beeindruckt: „Vorbildlich hat die Metall- und Elektroindustrie weder Kosten noch Mühe gescheut, die Fachkräfte von morgen mit einem speziellen InfoTruck zu umwerben. Praxisnah können die Jugendlichen spannende Berufe auch rund um Zukunftsthemen wie Smart City, Industrie 4.0 und Elektromobilität entdecken. Das verdient Lob, denn die boomende Berliner Wirtschaft braucht auch in Zukunft die Metall- und Elektroindustrie als eine ihrer Schlüsselbranchen.“

„Unsere Unternehmen brauchen Fachkräfte, um auch morgen wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärte Dr. Niehage weiter. „Die Industrie 4.0 spielt in der Arbeitswelt eine immer stärkere Rolle. Das ist eine Herausforderung für die jungen Leute – aber auch eine Chance. In den InfoTrucks erfahren sie, wie sie diesen Wandel gestalten können.“ Das Angebot richtet sich in erster Linie an Schüler der Klassen sieben bis zehn sowie an Abiturienten, die vor der Berufswahl stehen. In dem InfoTruck begleiten pädagogische Fachkräfte die Schüler, oft unterstützt von Ausbildern und Auszubildenden aus den regionalen Betrieben. Nicht selten knüpfen Jugendliche auf diese Weise Kontakt zu einem Unternehmen und beginnen dort ihre Karriere.

Der M+E-InfoTruck wird ab Herbst an Schulen und Unternehmen in Berlin und Brandenburg Station machen und den jungen Menschen die Faszination der Technik  nahebringen. 

Hintergrund: Der M+E-InfoTruck

Das Problem: Die Sicherung der Fachkräfte ist eine Überlebensfrage für die M+E-Industrie. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) warnt in einer neuen Studie davor, dass bis zum Ende des Jahrzehnts in Deutschland bis zu 1,2 Millionen Fachkräfte aus dem MINT-Bereich, also den naturwissenschaftlich-technischen Berufen, fehlen könnten. 

Die Idee: Die Berufsbilder in der Metall- und Elektroindustrie sind vielfältig. Oft wissen die Jugendlichen aber zu wenig über Perspektiven und Vorzüge der Branche. Deshalb werben die Unternehmen mit InfoTrucks überall in Deutschland für ihre Ausbildungs-Angebote – vom Mechatroniker über den Werkzeugmechaniker und den Fachinformatiker bis hin zum Mikrotechnologen. 

Die Strategie: Der M+E-InfoTruck ist im Prinzip ein Sattelschlepper mit einem immens breiten und sehr modern aufbereiteten Informationsangebot über die Berufsbilder in dieser Industrie. Per Hydraulik lässt sich das Fahrzeug auf zwei Etagen erweitern. Auf den beiden Ebenen finden sich auf insgesamt 80 Quadratmetern Arbeitsplätze, wie sie in der M+E-Branche typisch sind. Hier können die Jugendlichen technische Zusammenhänge kennenlernen und die Faszination der Technik erleben. 

So lässt sich eine computergesteuerte CNC-Fräsmaschine programmieren und ein Werkstück fertigen. Wie eine intelligente IT-Steuerung die Wartezeit vor Aufzügen reduziert, zeigt ein interaktives Modell. Auf Tablets gibt es weitere Hintergrundinformationen. Ein mannshoher Touch-Monitor, der „BerufeScout“, erklärt wichtige Inhalte zu den M+E-Berufen, zeigt das Ausbildungsangebot sowie freie Lehrstellen von Unternehmen in der Region. 

Die zweite Fahrzeugebene bietet Raum für tiefergehenden Berufskundeunterricht. Eine eigens für die InfoTrucks entwickelte Weltneuheit ist ein 1,5 Quadratmeter großer Multitouchtable für bis zu sechs Nutzer gleichzeitig. Auf ihm läuft eine animierte 3-D-Softwareanwendung, die zu einer virtuellen Erkundungsreise durch ein M+E-Unternehmen einlädt. Die Schüler können mithelfen, ein Auto zu produzieren und typische Aufgaben erledigen. Damit reagieren die M+E-Unternehmen auf das sich wandelnde Informations- und Mediennutzungsverhalten der Schülerinnen und Schüler. 

Die Daten: Die deutsche M+E-Industrie wird bis 2016 zehn der hoch modernen InfoTrucks im Einsatz haben. Der Einsatz ist für die Schulen natürlich kostenlos. Die Investition hat insgesamt ein Volumen von gut zwölf Millionen Euro. Die neuen Fahrzeuge lösen die Informationsbusse ab, die zehn Jahre lang im Einsatz waren.

Disclaimer

Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e. V. (VME) vertritt die Interessen der größten Industriebranche der Region. Er ist regionaler Tarifpartner der Branchengewerkschaften der M+E-Industrie. Daneben setzt er sich für die Belange seiner Unternehmen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Sozialpolitik ein. Dem VME gehören 138 Unternehmen an. Auf Bundesebene ist der VME mit anderen regionalen Metallarbeitgeberverbänden im Dachverband GESAMTMETALL zusammengeschlossen. Der VME ist der größte Mitgliedsverband der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

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