13.05.16 | Berlin

Tarifparteien in NRW einigen sich auf Pilotabschluss

Die Tarifparteien in Nordrhein-Westfalen haben sich bei ihren Pilotverhandlungen am Freitag in Köln auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach werden die Entgelte der Beschäftigten in zwei Stufen von 2,8 Prozent und 2,0 Prozent steigen - bei einer Gesamtlaufzeit von 21 Monaten.

Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger begrüßt den nach schwierigen Gesprächen erreichten Tarifabschluss: „Wir haben heute eine gute Lösung gefunden – für die Unternehmen, für die Beschäftigten und nicht zuletzt auch für den Standort und die Tarifbindung. Wir haben in den vergangenen Wochen immer davor gewarnt, dass es die falsche Zeit für Höhenflüge ist. Ich bin erleichtert und froh, dass wir nach harten Verhandlungen ein Ergebnis erzielen konnten“, sagte er. Die Gesamtbelastung über die gesamte Laufzeit gerechnet liegt bei 2,45 Prozent. 

In den ersten drei Monaten ab April 2016 gibt es keine Tabellenerhöhung. Für den Juni erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 150 Euro. Der Vertrag endet am 31. Dezember 2017.

Die Erhöhung sei für die Unternehmen "gerade noch tragbar", befand Dulger weiter. Hilfreich sei vor allem die Möglichkeit einer Differenzierung für einzelne Unternehmen, die in Schwierigkeiten stecken. Hier kann der Einmalbetrag auf Null reduziert werden und die zweite Stufe kann um bis zu drei Monate nach hinten verschoben werden. So könne die jährliche Kostenbelastung über die Laufzeit um mehr als zehn Prozent gesenkt werden. Dies stärke das Vertrauen in die Tarifautonomie, sagte der Gesamtmetall-Präsident.

Diese Differenzierung sei zudem erst der Anfang. Denn die Tarifparteien haben einander zugesichert, über das Thema bis zur nächsten Tarifrunde noch intensiver zu verhandeln. "Wenn wir in der vereinbarten Gesprächsverpflichtung hier eine vernünftige zukunftsweisende Einigung erreichen, kann das tatsächlich zum Joker der Tarifbindung werden und hat das Zeug, neben dem Pforzheim-Kodex zum zweiten großen Modernisierungsschub zu werden", führte Dulger weiter aus. "Wir haben in der Vergangenheit zu oft einen Vorschuss auf einen vermeintlichen Aufschwung gezahlt, der am Ende nicht kam." 

VME und IG Metall werden am 20. Mai darüber verhandeln, ob der Abschluss auch für Berlin und Brandenburg übernommen wird.

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