VME fordert Bewegung statt Blockade – Dritte Tarifrunde in der Hauptstadtregion ohne Einigung
„Wir werden diesen Tarifkonflikt nur lösen, wenn sich beide Seiten bewegen. Die IG Metall hat hier noch einen weiten Weg vor sich. Mit der Taktik, unser faires und verhandlungsfähiges Angebot für eine Lohnerhöhung einfach vom Tisch zu wischen, leistet sie keinen konstruktiven Beitrag.“ Mit diesen Worten forderte Henning Brandes, der Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME), mehr Kompromissbereitschaft von der Gewerkschaft. In der heutigen dritten Verhandlungsrunde in Berlin haben die beiden Seite erneut keine Einigung erzielen können.
Die Arbeitgeber hatten eine Einmalzahlung im Juli 2027 sowie eine Lohnerhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten. Bereits im April waren die Bezüge der Beschäftigten um 3,1 Prozent gestiegen. „Unser Angebot aus der vergangenen Runde ist ein Zeichen des Entgegenkommens, trotz fehlender Aufträge, steigender Kosten und einer immer schärferen Konkurrenz aus dem Ausland. Wir hatten deshalb mehr Wertschätzung von der IG Metall erwartet“, sagte Brandes. Die Warnstreiks der vergangenen Tage hätten eine Lösung nicht einfacher gemacht und seien völlig unangemessen. „Die IG Metall schürt bei ihren Leuten Erwartungen von einem anderen Stern. Die extrem schwierige Lage bei dem Großteil unserer Betriebe verbietet es, Arbeit noch weiter zu verteuern. Die Strukturprobleme lassen sich nicht wegstreiken – wir müssen uns ihnen gemeinsam stellen.“
Der Verhandlungsführer rief die Gewerkschaft dazu auf, weitere Arbeitskämpfe zu unterlassen. „Wir wollen eine schnelle Einigung, die uns hilft, wieder wettbewerbsfähig zu werden und die Beschäftigung zu sichern. Eine Ausweitung der Streik-Aktionen wäre das falsche Zeichen in einer schwierigen Zeit. „Mit Plakaten und Trillerpfeifen wird es nicht gelingen, die Probleme unserer Branche aus der Welt zu schaffen. Das gelingt nur am Verhandlungstisch.“
Disclaimer
Der Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e. V. (VME) vertritt die Interessen der größten Industriebranche der Region. Er ist regionaler Tarifpartner der Branchengewerkschaften der M+E-In-dustrie. Daneben setzt er sich für die Belange seiner Unternehmen in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt-, Bil-dungs- und Sozialpolitik ein. Dem VME gehören rund 130 Unternehmen an. Auf Bundesebene ist der VME mit anderen regionalen Metallarbeitgeberverbänden im Dachverband GESAMTMETALL zusammengeschlossen. Der VME ist der größte Mitgliedsverband der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).