11.08.25

Weiter im Minus

Warum die M+E-Industrie nicht aus der Rezession kommt.

Die Produktion in der Metall- und Elektro-Industrie ist im 1. Halbjahr 2025 um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr gesunken. Das geht aus den Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt am 7. August 2025 veröffentlicht hat. Im Juni gab es mit minus 1,4 Prozent gegenüber Mai erneut einen Rückschlag. Gleichzeitig korrigierte das Statistische Bundesamt auch die Werte der Vormonate nach unten. Demnach lag die Produktion im 2. Quartal 2025 insgesamt um 1,1 Prozent unter dem Vorquartal.

Seit neun Quartalen in Folge im Minus

„Die vagen Hoffnungen auf eine Bodenbildung wurden enttäuscht“, bringt Gesamtmetall-Chefvolkswirt Lars Kroemer die Lage auf den Punkt. Mit dem erneuten Einbruch im Juni 2025 ist die Produktion in der M+E-Industrie nun seit neun Quartalen in Folge geschrumpft. Das ist erneut ein Negativrekord, der die unverändert sehr schwierigen Standortbedingungen für die Unternehmen verdeutlicht. Lars Kroemer rechnet für das Gesamtjahr 2025 weiterhin mit einem Produktionsrückgang von 2 bis 2,5 Prozent.

Absatzrückgang vor allem im Inland
Der aktuelle Konjunkturbericht von Gesamtmetall zeigt, dass die Neuaufträge im 1. Halbjahr 2025 um 3,8 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Der Arbeitgeberverband führt dies vor allem auf die Verbuchung von Großaufträgen zurück. Derweil bewerten die meisten M+E-Unternehmen Nachfrage und Auftragsbestände weiter als schwach. Der Absatz in der M+E-Industrie lag um 1,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während die Erlöse aus dem Ausland auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums lagen, sank der Absatz im Inland um 2,4 Prozent.

Mutige Reformen nötig
„Das Wiederherstellen der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes muss die Top-Priorität der Bundesregierung bleiben“, findet Lars Kroemer. Er fordert eine mutige Reformagenda, insbe­sondere in den Bereichen der Sozialversicherungen und der Bürokratie. Die aktuellen Zahlen machten deutlich, dass die Strukturkrise anhalte. In einer solchen Wirtschaftslage dürfe es keine zusätzlichen Belastungen geben. „Bürokratie und Kosten müssen deutlich reduziert werden, um die Industrie in Deutschland zu halten”, sagt Kroemer.

Weitere Zahlen und Daten im aktuellen M+E-Konjunkturbericht: 

www.gesamtmetall.de/zahlen-fakten/konjunkturbericht/

M+E-Konjunkturbericht

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