Weiterbildungserhebung 2020
Das Institut der deutschen Wirtschaft hat am 16. Dezember seine zehnte Weiterbildungserhebung veröffentlicht. Danach waren in den vergangenen drei Jahren immer mehr Unternehmen bereit, ihre Beschäftigten weiterzubilden. Fast neun von zehn Unternehmen bilden ihre Beschäftigten regelmäßig weiter. Die Wirtschaft investiert dafür jedes Jahr über 41 Milliarden Euro.
87,9 Prozent der Unternehmen bilden ihre Beschäftigten regelmäßig weiter, damit ist ein neuer Höchstwert erreicht. Für den Anstieg der Weiterbildungsbeteilung sorgt vor allem die Dienstleistungsbranche.
Durchschnittlich verbringt jeder Beschäftigte rund 18,3 Stunden in betrieblicher Weiterbildung, überwiegend während der bezahlten Arbeitszeit. Die Unternehmen lassen sich das im Schnitt rund 1.236 Euro pro Beschäftigten kosten.
© IW Köln 2020
Es hängt von vielen Faktoren ab, ob sich Unternehmen für Weiterbildung engagieren. Größter Treiber für betriebliche Weiterbildungen ist die Digitalisierung. Je stärker ein Unternehmen digitalisiert ist, desto höher ist seine Bereitschaft für Weiterbildungen und desto mehr Zeit und Geld investiert es dafür.
Die Weiterbildungen umfassen ein breites Themenspektrum und reichen von IT-Fortbildungen über Sprachkurse bis hin zu Führungscoachings.
Unternehmen würden gerne noch mehr weiterbilden. Doch mehr als die Hälfte aller Betriebe sehen in dem dafür nötigen Zeitaufwand ein Hindernis. Fehlende finanzielle Ressourcen führen dagegen nur 24,1 Prozent der Unternehmen als Hinderungsgrund an.
Das fehlende Interesse ihrer Beschäftigten ist dagegen nach Aussage von 35,5 Prozent der Unternehmen ein wesentlicher Hinderungsgrund. In der Industrie gilt dies sogar für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen.
Die Experten des IW Köln empfehlen, Weiterbildungshemmnisse durch mehr Information und Beratung abzubauen. Dadurch würden mehr Menschen für Weiterbildung motiviert und die Unternehmen darin unterstützt, Weiterbildungsbedarf zu erkennen.