25.10.24 | Berlin

„Wir wollen eine schnelle Lösung“

VME-Verhandlungsführer Stefan Moschko über den Stand der Tarifrunde

Herr Moschko, die Arbeitgeber haben bereits in der zweiten Verhandlungsrunde der aktuellen Tarifrunde ein Angebot vorgelegt. Warum?

Wir wollen in dieser Tarifrunde zu einer schnellen Lösung kommen. Deshalb haben wir bereits jetzt ein Angebot gemacht. Das ist sicher nicht das, was sich die Gewerkschaft vorgestellt hat. Aber es ist ehrlicherweise auch mehr, als sich viele tarifgebundene Unternehmen im Moment leisten können. Daher brauchen wir auch Lösungen für die Unternehmen, die derzeit eine solche Erhöhung nicht stemmen können. Es ist ein Zeichen an die Unternehmen für Planungssicherheit und gleichzeitig ein Zeichen an die Beschäftigten, dass wir sie trotz der schwierigen Lage wertschätzen.


Die IG Metall fordert ja sieben Prozent. Wie wollen Sie da je zusammenkommen?


Wir sind mit der IG Metall einig darin, dass die Lage der Branche ausgesprochen kritisch ist. Aber wir haben kein Wachstum, im Gegenteil: Für die große Mehrheit der Branche gilt, dass die Auslastung zurückgeht, die Produktion sinkt, der Auftragseingang mau ist. Die Produktivität sinkt, während unsere Lohnstückkosten in die Höhe schießen. In so einer Lage müssen wir alles dafür tun, den Standort zu stärken. Darüber werden wir jetzt mit der  Gewerkschaft weiter reden müssen.


Und Sie glauben, dass das reicht?

Ich bin überzeugt davon, dass wir rasch zu einem für beide Seiten akzeptablen Kompromiss kommen müssen. In so einer schwierigen Zeit müssen wir Tarifpartner beweisen, was wir können. Die Lage wird ja nicht besser, wenn man künstlich Streit sucht oder auch zu Streiks aufruft. Wir wollen eine Lösung, die den Standort stärkt. Wenn wir das hinbekommen, können wir auch viel glaubwürdigere Ergebnisse von der Politik verlangen – im Sinne der Unternehmen und Beschäftigten.

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